Making Of – ein Blick hinter die Kulissen

SV Makingof ZH1

Unsere beeindruckenden Landschaftsaufnahmen haben wir die letzten Jahre meist mit der «Fuchs Helikopter AG» in Schindellegi gedreht. Die Helicopter können mit einer Cineflex ausgestattet werden.
Die Cineflex ist weltweit eines der modernsten Kamerasysteme für Luftaufnahmen in High Definition. Das System lässt sich aussen am Helicopter montieren und kann sich um volle 360 Grad drehen und um 195 Grad neigen.

Der Kameramann, der hinten im Helikopter sitzt, steuert die Cineflex über eine Tastatur und Joystick und hat den Blick immer auf seinen Vorschaumonitor gerichtet.
Das Team in der Luft muss gut funktionieren und eingespielt sein. Viel hängt von den Fähigkeiten des Piloten ab, er muss die Maschine ruhig halten und schnell auf Anweisungen von Marco Fumasoli reagieren können. Marco Fumasoli gibt die Anweisungen an Pilot und Kameramann und hält Ausschau nach neuen Motiven. Nicht alle Ziele können auf der Karte genau geplant werden. Der besondere Blick von oben bringt immer wieder neue Einblicke und Aussichten. Nicht selten fällt eine Entscheidung erst in der Luft. Gerade in den Alpen wenn sich die Wolken um die Gipfel der Berge schlingen und sich grandiose Aussichten auftun wird spontan entschieden wie ein Gipfel umflogen wird oder welchem Felsgrat wir folgen.

Meist sind wir mit dem Helikopter MD 520N unterwegs, dieser ist mit dem NOTAR-System ausgestattet das den Drehmomentausgleich bei Hubschraubern ohne die typische Heckrotor-Konfiguration ersetzt. Bei dem gezeigten Flug über Zürich waren wir aus Sicherheitsgründen mit dem «MD 902» unterwegs, der zweimotoriger Hubschrauber mit Turbinenantrieb gilt bei Flügen über Städte als sicherer.

Eine gute Planung vor dem Flug ist eine wichtige Vorraussetzung für das Gelingen der Aufnahmen. Neben der Planung der genauen Flugroute müssen auch Landemöglichkeiten zum Tanken mit berücksichtigt werden. Mit dem MD 520N können wir ca. 2 bis 2,5 Stunden in der Luft bleiben. Bei unseren Aufnahmen im Oberwallis und im Gotthardgebiet hatten wir auch schonmal einen Tankwagen dabei, der unserer Route gefolgt ist und uns bei Zeiten mit Kerosin versorgt hat.

Für diese Flüge, benötigen wir jeweils spezielle Tiefflugbewilligungen, da wir unter der Normalflughöhe fliegen. Nebst der Flugroute werden deshalb vor dem Flug mit Kameramann und Pilot gegebene Gefahrenpunkte besprochen sowie die Kabelkarten studiert.

Da wir beim Helikopterflug ausschliesslich auf Sicht fliegen, brauchen wir natürlich gutes Wetter und müssen auch während des Fluges die Wolkenbildung immer gut im Auge behalten. Ein Rückseitenwetter ist für den Flug optimal, da es sehr gute Sichtverhältnisse mit sich bringt und ausserdem sehr schönes Licht gibt. Dieses Wetter herrscht meist nach dem Durchzug einer Kaltfront.

Da die Kamera ausserm am Helikopter montiert ist, passiert es immer wieder, dass sich eine Mücke am Objektiv festhängt, was im Bild natürlich zu sehen ist. Daher landen wir in solchen Fällen um das Objektiv zu putzen. Das sind neben einem Bandwechsel und Tankstops die einzigen Stellen an denen in unseren Filmen geschnitten wird. Ansonsten sind unsere Aufnahmen an einem Stück gedreht und ungeschnitten. Völlig authentisch und unbearbeitet wollen wir die Flüge so echt wie möglich zeigen. Denn die Kraft der Bilder liegt ihrer Echtheit und Ihrer Ruhe.

 

  1. Zitzer PaulZitzer Paul09-02-2014

    Eigentlich ist jeder Kommentar überflüssig.
    Eine der besten Sendungen im Fernsehen überhaupt.
    Ehrlich, edukativ und hervorragend gefilmt mit schöner Musik untermalt.
    Keine lästigen Werbeunterbrechungen.
    Die Schönheit der Schweiz wird einem aus der Sicht des Heli Piloten auf grossartige Weise näher gebracht.
    Gratulation !

    Kleine konstruktive Kritik: Kompass fehlt.

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